Sonntag, November 02, 2008
Es ist bereits über einen Monat her, dass ich dort war und ich hoffe, es wird sie noch lange geben, die vermeintlich böse Insel, die einfach das ganze Geld nicht zurückzahlen kann, das die nun am Hungertuch nagenden sicherheitssuchenden Sicherheitsfanatiker aus dem Ausland angelegt hatten. Da müssen wohl noch ein paar wunderschöne Landschaften geflutet werden, um den Aluminiumwerken Energie zu liefern. Was solls? Was gibts da auch schon? Vulkanfels, Moos und ein paar Gräser? Und es glaubt ja wohl nicht wirklich im Ernst jemand, dass dabei einige rachsüchtige Elfen ersaufen…
Als ich mich mit meinen Reisegenossen Mitte Oktober auf den Weg nach Island machte, lagen einige Horrormeldungen in der Luft. Dittsche hatte am Sonntag zuvor behauptet, Island gäbe es ja gar nicht mehr. Und in der Zeitung war die Rede davon, die Reserven der Supermärkte würden vielleicht noch für zwei Wochen reichen. Aber weder erwartete uns gähnende Leere, als das Flugzeug zum Landeflug ansetzte, noch in den Supermarktregalen. Die isländische Krone war lediglich nur noch etwa die hälfte wert. In einigen Geschäften klebten Hinweisschilder an der Tür: “Gordon, Darling, you´re no longer welcome here!” Und an einem Tag entging meiner lapidaren Aufmerksamsfähigkeit nicht folgende Szenerie: eine kleine Gruppe junger Leute rottete sich strumpfmaskiert und mit Holzpistolen bewaffnet vor einer der verrammelten Banken zusammen und sangen etwas, das sicher nicht von Elfen und Trollen handelte.
Ansonsten nahmen wir die Krise nur am Rande war. Wir waren zu sehr abgelenkt vom Airwaves-Festival und ich vor allem vom zum ersten mal in Island sein. Und jetzt genug geplaudert, es folgen einige der wenigen Fotos, die ich machte. Das lag nicht etwa an mangelnder Panoramabereitschaft der Landschaft, sondern eher an meiner aktuellen Vorliebe für bewegte Bilder (neue Videokamera).
Die berühmte Ikea-Filiale der Trolle:


Diese Natur really makes you feel really tiny.

Zwei Trolle, die beim Luftballontanz leider die Morgendämmerung nicht bemerkten:

Achtung! Hier sind einige magische Wesen versteckt. Man muss nur ganz genau hinsehen:

Die Wege sind was für nervenkitzelige Abenteurer mit Profilsohlen:

Alles an einem Tag: Eishalme…

…ein sonniger Blick die Strasse runter. Man muss sich einfach mal ein Auto leihen oder klauen und mindestens eine Stunde lang fahren. Züge gibts hier ja nicht. Und Fahrradfahrer hab ich in einer Woche einen einzigen gesehen. Ist auch nur was für extrem unempfindliche Menschen. Jedenfalls zu der Jahreszeit.

Einar Jónssons Skulptur:

(…ja, ich war zu der Zeit frisch in love.)